Kurzübersicht EDS und MCAS

Kurzübersicht: Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) bei EDS

Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist eine Funktionsstörung der Mastzellen.
Mastzellen sind Immunzellen, die überall im Körper vorkommen – zum Beispiel in Haut,
Schleimhäuten, Darm, Atemwegen, Blutgefäßen und im Bindegewebe. Beim MCAS reagieren
diese Zellen überempfindlich und setzen vermehrt Botenstoffe wie Histamin frei.
Das kann eine Vielzahl von Beschwerden auslösen, die oft an unterschiedliche Fachrichtungen
„verteilt“ wirken.

Typische Symptome (Auswahl)

  • Haut: Rötungen (Flush), Juckreiz, Quaddeln, Schwellungen
  • Magen-Darm: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Herz-Kreislauf: Herzrasen, Blutdruckabfälle, Schwindel, Ohnmachtsgefühle
  • Atemwege: Reizhusten, Schleimhautschwellungen, Atemnot
  • Allgemein: starke Müdigkeit, „Brain Fog“, Kopfschmerzen, Temperaturfühligkeit

Häufige Auslöser

  • histaminreiche oder lange gereifte Lebensmittel (z. B. Salami, gereifter Käse, Fischkonserven)
  • Histaminliberatoren wie Tomaten, Schokolade, Erdbeeren, Zitrusfrüchte
  • Alkohol, insbesondere Rotwein und Sekt
  • bestimmte Medikamente (z. B. einige Schmerzmittel, Kontrastmittel, Opioide)
  • Stress, Infekte, starke Temperaturwechsel, Duftstoffe und Chemikalien

MCAS und Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS)

Bei Menschen mit Ehlers-Danlos-Syndrom (insbesondere hEDS) treten MCAS-ähnliche Beschwerden
deutlich häufiger auf. Mastzellen sitzen bevorzugt im Bindegewebe – genau dort, wo das Gewebe
bei EDS instabil und empfindlich ist. Wiederholte Mikroverletzungen und Entzündungen können
Mastzellen zusätzlich aktivieren. In vielen Fällen findet man eine Kombination aus:

  • hypermobilem EDS (hEDS)
  • Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)
  • Dysautonomie / POTS

Die genauen Zusammenhänge werden noch erforscht, aber klinisch zeigt sich klar:
Wenn EDS-Betroffene über diffuse, wechselnde, „allergieartige“ Beschwerden klagen,
lohnt sich der Blick auf MCAS.

Wichtiger Hinweis

Dieser Info-Kasten dient der Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Bei Verdacht auf MCAS oder unklaren Beschwerden sollten Betroffene sich an ärztliche Fachstellen wenden,
idealerweise mit Erfahrung in EDS, Mastzellerkrankungen und Dysautonomie.

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